Neue Wetter-Webcams mit Nachtsicht bei meteoradar

Webcam-Blick im Dämmerlicht nach Sonnenuntergang, Aeugst, Panoramabild Richtung Süden

Wetter-Webcams gibt es wie Sand am Meer. In der Schweiz allein findet man mehrere hundert, wenn nicht über tausend Standorte, an welchen das lokale Wetter anhand eines Webcam-Bildes oder eines Zeitraffer-Filmes beurteilt werden kann. Bei den allermeisten Kameras gibt es jedoch Einschränkungen. Je nach Sonnenstand wird ein Teil des Bildes vom Sonnenlicht überstrahlt und erscheint weiss. Und in der Nacht sieht man kein vernünftiges Bild, sondern nur schwarz oder Rauschen. Aber die Bildqualität von modernen Webcams hat dank Verbesserungen der Bildsensoren und Software deutliche Fortschritte erzielt. Somit stellt sich folgende Frage: gibt es die universelle, kostengünstige Wetter-Webcam, welche
1. auch in der Nacht ein gutes Wolkenbild liefert?
2. in der Lage ist, die Überstrahlung durch das Sonnenlicht effektiv zu korrigieren?

Nach dem Defekt einer alten Kamera haben wir uns entschlossen, die Webcams in Stallikon und Aeugst zu ersetzen. Unsere Wahl fiel dabei auf die 180 Grad Panorama Cam von Milesight. Der Werbeprospekt des Modells verspricht einiges, unter anderem:
– eine gute Pixel-Auflösung (2560×1440 Pixel)
– ein verzerrungs-korrigiertes Bild
– eine Korrektur der Überstrahlung durch helle Lichtquellen
– eine hohe Empfindlichkeit bei Nachtaufnahmen
Nach der Installation wurde schnell klar, dass die beiden letztgenannten Eigenschaften – die Überstrahlungs-Korrektur und der Nachtbildmodus – die Bildqualität gegenüber den Vorgängermodellen markant verbessern. In dieser Rezension konzentrieren wir uns auf diese beiden Eigenschaften.

Überstrahlungs-Korrektur
Webcams haben in der Regel Mühe, die Details der hellsten und dunkelsten Bildstellen wiederzugeben. Zur Verbesserung der Wiedergabe stehen u.a. Techniken zur Verfügung, welche mit den Abkürzungen BLC, HLC und WDR bezeichnet werden. Wir verweisen auf die Google-Suche für eine Beschreibung dieser Techniken. Alle drei Verfahren können in der neuen Kamera konfiguriert werden. Interessant ist vor allem der Modus HLC, welcher die durch die Sonne überstrahlten Bereiche dunkler macht und so die Wolkenstrukturen in der Nachbarschaft der Sonne sichtbar machen kann. Dieser Modus bietet zwei Optionen: „General“ und „Enhanced“ sowie einen Schiebebalken. Für die Korrektur des Sonnenlichts empfehlen sich die Einstellungen „General“ und „0“ (Position ganz links) des Schiebebalkens. Wir zeigen einen Vergleich der drei Modi anhand von Bildern der Webcam Sellenbüren:

Webcam-Bild, mit dem Modus WDR generiert. Der weisse Flärren um die Sonne ist sehr gross. Die Helligkeitsabstufumg der Landschaft ist ausgewogen.

Webcam-Bild, mit dem Modus BLC generiert. Der weisse Flärren um die Sonne ist kleiner als beim Modus WDR. Aber die Landschaft ist zu dunkel.

Webcam-Bild, mit dem Modus HLC generiert. Der weisse Flärren um die Sonne ist nochmals markant kleiner geworden. Im Nachbarbereich der Sonne sind Strukturen sichtbar, welche in den oberen zwei Bildern überstrahlt werden. Die Helligkeitsabstufumg der Landschaft ist ähnlich ausgewogen wie beim Modus WDR. Das Bild wirkt etwas gelblich.

Insgesamt überzeugt der Modus HLC am meisten, was die Ausgewogenheit der Helligkeitsabstufung und die Darstellung der Feinstrukturen im Nachbarbereich der Sonne angeht. Auf der Negativseite steht eine manchmal etwas unnatürliche Veränderung des Farbspektrums, welche mehr oder weniger grosse Bildteile erfassen kann. Bei sehr niederem Sonnenstand kann ein gelblicher Farbstich auftreten, und bei höherem Sonnenstand kann die Farbgebung in Sonnennähe ins Gräuliche mutieren. Der am Wetter interessierte Betrachter wird sich an diesen Effekten kaum gross stören.

Nachtbild
Sobald die Lichtstärke einen gewissen Schwellenwert unterschreitet, wechselt der Bildmodus automatisch auf ein Graustufenbild. Bei Tagesanbruch wird wieder auf ein Farbbild umgestellt. Leider lässt sich der massgebende Schwellenwert für die Umstellung nicht einstellen, obwohl diese Option im Handbuch dokumentiert ist. Wir haben wiederum getestet, welcher der drei Bildmodi (BLC, HLC und WDR) das bestmögliche Nachtbild liefert und haben eine klare Antwort gefunden: es ist der Modus BLC, verwendet mit der Einstellung „Minimum Shutter = 1“ im Menu „Image –> Day/Night Mode“. Mit dieser Einstellung wird die maximale Belichtungszeit auf eine Sekunde eingestellt. Die beiden anderen Modi kann man vergessen, entweder ist das Bild verrauscht oder zu dunkel.

Nachtbild der Webcam Sellenbüren, erstellt mit dem Modus BLC.

Die Bildqualität des so konfigurierten Nachtbildes ist erstaunlich stabil. Auch wenn das Mondlicht fehlt, ist kaum ein Abfall der Bildqualität auszumachen. Der folgende Zeitraffervideo zeigt die nächtliche Bildung von Bodennebel, die Umstellung von Graustufen zu Farbbildern in der Morgendämmerung und die Auflösung des Nebels am Vormittag.

Installation
Die Kamera wird via PoE mit einem Router verbunden und so ins lokale Netzwerk eingebettet. Die Montage ist einfach, die Ausrichtung mit einem wenig griffigen schwarzen Drehring etwas knifflig. Wenn man diesen Ring zudreht, bewegt sich die Kamera mit, es braucht also beide Hände und etwas Fummelarbeit, auch Kontrollblicke auf das Webcam-Bild, um die gewünschte Position der Kamera zu fixieren. Am besten stellt man die Kamera so ein, dass der imaginäre Horizont auf Standorthöhe in der Bildmitte liegt. Dann erscheint er auf dem Bild gerade. Ist die Kamera schräg nach oben oder nach unten gerichtet, dann wird der imaginäre Horizont gekrümmt, was bei einem Bildwinkel von 180 Grad nicht weiter erstaunt.

Zeitrafferfilme
Ein Kleincomputer (Raspberry Pi) greift sich das Webcambild alle 10 Sekunden und erstellt aus der Bildsequenz Zeitrafferfilme, welche online auf der Webseite https://www.meteoradar.ch/webcam
angeschaut werden können. Bis anhin wurde die Anzeige des Webcambildes und der Filme eine Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang aktiviert. Die aktive Aufnahmeperiode der Webcam Sellenbüren (Panorama-Modus) wurde nun auf 22 Stunden pro Tag verlängert: von 01 Uhr morgens bis 23 Uhr abends, so dass der grösste Teil der Nacht auf den Bildern und den Zeitrafferfilmen eingesehen werden kann.

Fazit
Unsere Erwartungen an die neue Webcam werden deutlich übertroffen. Die Nachtbilder und Filme geben praxisrelevante meteorologische Zusatzinformationen zur Bewölkung und zur Nebelbildung. Tagsüber kann die Bewölkung auch in Sonnenähe praktisch ungestört verfolgt werden. Damit mausert sich der Gerätetyp zu einer universellen, Tag und Nacht aktiven Beobachtungsstation des Lokalwetters. Die Möglichkeiten zur automatisierten Bildverarbeitung (z.B. Nebelerkennung) eröffnen interessante Perspektiven für die Zukunft.

Nationales Hagelprojekt – Aufbereitung historische Hageldaten

Hagelwolken über dem Jura, 3.6.2019. Foto: W. Schmid

Im Mai 2018, vor einem Jahr, begann ein nationales Forschungsprojekt zur Erfassung des Hagelrisikos in der Schweiz.

Federführend in diesem Projekt ist die Meteoschweiz, welche in den letzten Jahren massiv in die Modernisierung ihrer Messsysteme zur Erfassung der Hagelschläge investiert hat. Nebst einer neuen Radargeneration mit Polarisationstechnik (im Betrieb ab 2012) und dem Aufbau eines automatischen Hagelmessnetzes am Boden (80 Hagelsensoren im Jura, Napfgebiet und Südtessin) wird mit einer App auch die Bevölkerung ermuntert, Rückmeldungen über Hagelschläge und die Grösse von Hagelkörnern zu geben.

Wie die Meteoschweiz selbst in einem ihrer Blogs schreibt, sind die Messreihen dieser neuartigen Messsysteme zu kurz für eine klimatologische Auswertung. Nimmt man die Messdaten des Radars ohne die neue Polarisationstechnik dazu, dann verlängert sich die Reihe auf aktuell 17 Jahre (ab 2002). Das reicht für die Berechnung der Wiederkehrperiode von kleineren Hagelschlägen. Bei grossen aber seltenen Ereignissen (Wiederkehrperiode über 20 Jahre) nimmt die Präzision solcher Berechnungen rasch ab. In der Regel wird dabei angenommen, dass sich das Hagelklima nicht ändert, dass also das Hagelrisiko in 50 Jahren immer noch das gleiche ist, wie es in den letzten 17 Jahren beobachtet worden ist. Im Zeitalter des menschengemachten Klimawandels ist das eine höchst spekulative und kaum ernsthaft vertretbare Annahme. Ein gangbarer Weg ist die Simulation des zukünftigen Hagelrisikos in Klimamodellen, hierzu aber muss bekannt sein, wie sich das Hagelrisiko bei Klimaschwankungen verhält.

Es ist deshalb naheliegend, bei der Beurteilung des zukünftigen Hagelrisikos auch auf Daten zurückzugreifen, welche weit über die letzten 20 Jahre hinaus in die Vergangenheit zurückreichen. Solche Messreihen sind äusserst wertvoll, um Trends und periodische Schwankungen der Hagelhäufigkeit zu erfassen und im Kontext mit anderen meteorologischen Messgrössen (Temperatur, Niederschlag, Wind, Wetterlagen etc.) auszuwerten. Wir erwarten aus solchen Datenreihen fundamentale Erkenntnisse, welche die Fehlerschranken berechneter Wiederkehrperioden verkleinern und so das zukünftige Hagelrisiko besser fassbar machen.

Das Hagelkonsortium H2016 (Meteotest AG, meteoradar gmbh und H.H. Schiesser) hat sich als Projektpartner des nationalen Hagelprojektes zum Ziel gesetzt, Langzeitreihen zu Hagelschlägen in der Schweiz aufzuarbeiten und in eine homogene Klimareihe überzuführen. Die bedeutendste Chronik stammt von der Schweizer Hagel und umfasst Schadenmeldungen aus den Schweizer Gemeinden seit 1881. Dazu kommen eine Chronik des Rückversicherungsverbandes (1850 – 1935) und die Annalen der Meteoschweiz (ehemals SMA) seit 1864. Weitere Reihen sind jüngeren Datums, liefern aber wertvolle Detailinformationen zum Hagelgeschehen: Messdaten von Hageldetektoren und Radardaten aus der Zeit des Grossversuchs IV der ETH (1970 – 1983), auf Film archivierte, teils digitalisierte Radarbilder der Meteoschweiz seit 1983, und gesammelte Hagelmeldungen und Berichte aus den Medien, dem Sturmforum (sturmforum.ch) und dem Sturmarchiv (sturmarchiv.ch). Wir werden in weiteren Blogbeiträgen auf die Langzeitreihen, deren Auswertung und Resultate zurückkommen.

Stefan Müller, Meteotest
H.H. Schiesser, ehem. ETH-Mitarbeiter
Willi Schmid, meteoradar

Referenz: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/suche.subpage.html/de/data/blogs/2019/4/eine-hagelklimatologie-fuer-die-schweiz.html

Karte der Gemeinden mit Schadenmeldungen durch Hagel (rot eingefärbt) am 23.5.1950. Quelle: Schweizer Hagel, Meteotest AG

Neuerungen meteoradar, Ende Mai 2019

Die rote Linie markiert den Bereich, in welchem das Deutschland-Radarkomposit die Anzeige der Schweizer Radars ergänzt. Quellen: metradar.ch, DWD

Wir berichten in diesem Blog über die folgenden Verbesserungen an unseren Radarprodukten:

1. Einbinden des Deutschlandradars im Radarbild

2. Anzeige des Blitzschlagrisikos in der kommenden Stunde

Einbinden des Deutschlandradars im Radarbild
Das Radarkompositbild der Meteoschweiz überdeckt einen Bereich von 710×640 km. Dieser Bereich ist so grosszügig bemessen, dass die Randbereiche von den fünf Schweizer Wetterradars nur rudimentär oder gar nicht erfasst werden. In unserem Produkt Donnerradar (metradar.ch) werden zwar die Blitzentladungen blinkend angezeigt, aber die zugehörigen Niederschlagsechos erschienen bislang entlang der Randbereiche nicht, da sich diese ausserhalb der Reichweite der Schweizer Radars befinden. Im nordöstlichen Teil des Radarbildes werden nun, zusätzlich zu den Daten der Schweizer Wetterradars, auch die Messdaten des Deutschland-Radarkomposits eingeblendet. In der eingefügten Grafik ist der betroffene Bereich mit einer roten Begrenzungslinie markiert. Davon profitieren nicht nur die bevölkerungsreichen Ballungsräume um Stuttgart und München. Im gesamten Raum nördlich des Hochrheins und des Bodensees kann mit einer markanten Verbesserung des Anzeigequalität des Niederschlages gerechnet werden. Dies gilt auch für hochreichende Gewitter in grosser Distanz zum Albis-Radar, aber vielmehr für flache, niedere Niederschlagsgebiete, welche vom Albis-Radar infolge der Erdkrümmung nicht mehr erfasst werden. Zudem ist das Deutschlandkomposit auch für die Nordschweiz ein valabler Ersatz, falls der Albis Radar ausfällt.

Das Deutschlandkomposit wird vorläufig nur in den Produkten Donnerradar (metradar.ch, zoomradar.ch, öffentlich) und Zoomradar Pro (Bezahlprodukt) eingebunden. Die Daten des Deutschland-Komposits werden nur dann angezeigt, wenn die Signalstärke diejenige der Schweizer Radars überschreitet. In den Bildprodukten wird die Präsenz des Deutschlandkomposits mit dem Code „DK“ markiert. Sollte das Deutschlandkomposit einmal nicht rechtzeitig (d.h. innert 2 Minuten nach der angezeigten Zeit) verfügbar sein, wird das Bild von 5 Minuten vorher auf die aktuelle Zeit extrapoliert und eingeblendet.

Anzeige des Blitzschlagrisikos in der kommenden Stunde
Auf der Homepage meteoradar.ch erscheint traditionellerweise ein Loop des 10-minütigen Vorhersagebildes. Zur Aufwertung dieses Radarloops werden ab sofort diejenigen Regionen orange eingefärbt, in welchen in der kommenden Stunde mit einem erhöhten Blitzschlagrisiko zu rechnen ist. Diese Zonen werden aus der aktuellen Blitzaktivität und der Bewegung der Radarechos berechnet. Das Risikobild wird blinkend im Wechsel mit dem letzten Radarbild eingeblendet, damit die Niederschlagsanzeige sichtbar bleibt.

Das erhöhte Blitzschlagrisiko wird seit langem bereits auf skywarn.ch angezeigt. Dort erscheinen diese orangen Flächen isoliert, ohne überlagertes Radarbild. Die Webseite meteoradar.ch ist somit die erste kombinierte Darstellung des Blitzschlagrisikos und des Niederschlagsbildes. Für die Beurteilung des Gewitterrisikos ist die Anzeige des Blitzschlagrisikos eine wertvolle Zusatzinformation. Da dieses Risiko vollautomatisch berechnet wird, können wir selbstverständlich keine Gewährleistung abgeben.

Im folgenden Wechselloop erscheint u.a. ein orange eingefärbtes Risikogebiet bei Bern. Dieses umfasst einerseits mehrere Gewitterzellen nördlich von Bern, andererseits aber auch die östlich angrenzenden Trockengebiete. Genau diese Trockengebiete sind in der kommenden Stunde durch Blitzschlag gefährdet, weil die berechnete Echobewegung eine Ostverlagerung der Gewitterzellen voraussagt. Wer sich in diesem Bereich im Freien aufhält, sollte die weitere Entwicklung genau verfolgen und rechtzeitig geschützte Innenräume aufsuchen.

Radarbild mit Starkregenzentren (gelb/rot eingefärbt) und Gebieten erhöhten Blitzschlagrisikos in der kommenden Stunde (orange eingefärbt). Quelle: meteoradar.ch

 

Die vierte Dimension des 3D-Radars: die Tagesloops

Der Schiebebalken ist – wie bei Videos – das zentrale Bedienelement der Tagesloops des 3D-Radars.
Quellen: meteoradar, meteoschweiz, nowcast.de

Der 3D-Radar – ein Donnerradar-Produkt in drei Dimensionen – zeigt nicht nur den Grundriss, sondern in zwei Seitenrissen auch die Höhenerstreckung von Niederschlagswolken und Blitzentladungen. Die vierte Dimension ist die zeitliche Evolution der Niederschlagsgebiete und Gewitter. Diese kann mit den neuen Tagesloops viel besser betrachtet werden, als das bis anhin möglich war. Die Radarbilder des aktuellen Tages und des Vortages können auf einfachste Art und Weise wahlweise als steuerbare Animationen oder als Einzelbilder angezeigt werden.

Die beiden Produkte des Donnerradars (Zoomradar Pro 2015 und 3D-Radar) behandelten die Zeitachse bislang eher stiefmütterlich. Nur das aktuellste Bild, der Loop der letzten halben Stunde und der Loop der letzten vier Stunden ohne Bedienmöglichkeit werden angezeigt. Ältere Einzelbilder müssen umständlich in den Archiven gesucht werden. Die Tagesloops geben jetzt den Usern ein neues Instrument in die Hand, um schnell und unkompliziert durch alle Radarbilder des Vortages und des aktuellen Tages zu navigieren.

Oberhalb des Radarbildes sind Steuerelemente platziert, welche auch für die Steuerung von zahllosen Videos im Internet Verwendung finden. Der Radarloop lässt sich damit starten, stoppen, vor- und retourschieben. Zusätzlich kann man mit den Buchstaben „n“ und „b“ beliebig langsam oder, bei gedrückter Taste, auch schnell durch die Bildserie navigieren. Bewegungen des Cursors über dem Radarbild werden am oberen Bildrand unmittelbar in die aktuelle CH-Koordinate der Cursorposition übertragen. Diese kann, per Mausklick, mit einem Kreis markiert und, per Klick auf den Button „markieren“ (unterhalb des Bildes), für spätere Webseitenbesuche gesichert werden (Zulassen von Cookies vorausgesetzt). Die zu markierende Koordinate kann unterhalb des Bildes auch über die Tastatur eingegeben und gesichert werden. So kann sehr schnell geprüft werden, ob und wann es am markierten Standort geregnet, gehagelt oder geblitzt hat.

Demo: https://www.metradar.ch/2009/tgn/demo_tagesfilm_radarblitze.php
Zugang für Kunden: https://www.metradar.ch/2009/tgn/aktuell_tagesfilm_radarblitze.php
Upgrade für Kunden des Zoomradars Pro: https://ssl.hostpark.net/meteoradar.ch/metr/admin/abo_upgrade.php

Video-Anleitung zur Bedienung der Tagesloops. Wir empfehlen die Wiedergabe des Videos im Full-Screen Modus. Nach dem Start des Videos unten rechts auf das Quadrätchen klicken.

Unsere Dienstleistung am Beispiel 08.08.2015, Thunerseespiele

Unwetter-Prognose von fotometeo Muriset unter dem Radarbild von meteoradar.ch. Der Screenshot zeigt die Prognose vom Mittag und die Situation um 20:25 MESZ mit einem Gewitter genau über Thun

Unwetter-Prognose von fotometeo Muriset unter dem Radarbild von meteoradar.ch. Der Screenshot zeigt die Prognose vom Mittag und die Situation um 20:25 MESZ mit einem Gewitter genau über Thun

„Wetterprognose war Lotterie“ titelt heute die „Berner Zeitung“ in ihrer Online-Ausgabe zu den Ereignissen am Wochenende vom 8./9. August 2015. Ist dem wirklich so? Je nach Standpunkt kann man dem zustimmen, doch so plakativ darf diese Aussage nicht stehen gelassen werden. Wenig hilfreich ist aus unserer Sicht der Tipp eines Mitbewerbers in besagtem Artikel, bei Wetterlagen mit Gewitterrisiko mit einem Blick aus dem Fenster die Lage kurzfristig zu beurteilen: Für den Grillabend im eigenen Garten mag das durchaus sinnvoll sein. Für Veranstalter, welche für das Wohlergehen ihrer Gäste und Mitwirkenden die Verantwortung tragen und oft schon am Mittag entscheiden müssen, ob und allenfalls mit welchen Vorsichtsmassnahmen ihr Anlass am Abend durchgeführt werden kann, wäre dieser Blick aus dem Fenster wie am vergangenen Samstag trügerisch. In solchen Fällen helfen nur die langjährige Erfahrung und das Gespür von Meteorologen, die sich auf genau solche Fälle spezialisiert haben. Am Beispiel der von uns betreuten Thunerseespiele möchten wir aufzeigen, wie eine solche Beratung aussieht.

Freilichtveranstalter müssen oft aus logistischen Gründen und um die Gäste frühzeitig informieren zu können, bereits am Mittag darüber entscheiden ob ihr Programm am Abend durchgeführt werden kann oder nicht. In den meisten Fällen ist diese Prognose-Vorlaufzeit problemlos, sowohl bei stabilen Hochdrucklagen wie auch bei Tiefdruckeinfluss mit breiten Fronten und relativ gut vorauszuberechnenden Niederschlagsgebieten. Am heikelsten ist die Entscheidung jeweils bei Gewitterlagen, wo auch mit der heutigen Technik der genaue zeitliche und örtliche Verlauf erst sehr kurzfristig (bestenfalls zwei Stunden, in der Regel weniger) sicher prognostiziert werden kann. In solchen Fällen kann einzig eine Risikoabwägung abgegeben werden: Welche Intensitäten (Blitzaktivität, Sturmgefahr, Hagel, Überflutung) gibt die Luftmasse her? Über welchen Gebieten entstehen die Gewitter bevorzugt bei der vorherrschenden Grosswetterlage und welche Zugbahn nehmen sie? Wettermodelle geben Anhaltspunkte, sind aber je nach Lage wie bei unserem Beispiel vom 08.08.2015 sehr widersprüchlich, sodass oft nur die langjährige Erfahrung von Meteorologen weiterhilft, die sich auf die Gewitterklimatologie des Alpenraums spezialisiert haben.

Anhand dieser Erfahrung wurde von uns die Wahrscheinlichkeit, dass am Abend ein heftiges Gewitter die Region Thun treffen könnte, als hoch eingestuft. Die sehr warme und schwüle Luftmasse sowie die Verteilung der Windrichtung in der Höhe hielt zudem ein Potenzial für Sturmgefahr am exponierten Festgelände sowie von grösserem Hagel bereit. Der Entscheid der Verantwortlichen, die Vorstellung zu verschieben, war somit folgerichtig, wenn auch unpopulär. Denn auf den öffentlichen Kanälen wurde den ganzen Tag wie schon am Vorabend herausgestrichen, dass die Gewitter am Samstag schwächer bzw. weniger verbreitet auftreten würden als noch wenige Tage zuvor prognostiziert. Das war aus gesamtschweizerischer Sicht zwar richtig, unterschlägt jedoch das lokale Gefahrenpotenzial. Nicht wenige Besucher, die am Abend die Thunerseespiele besuchen wollten, wurden zudem beim nachmittäglichen „Blick aus dem Fenster“ eines nahezu wolkenlosen Himmels über weiten Teilen der Alpennordseite gewahr:

Satellitenbild vom 08.08.2015, 14:00 UTC = 16:00 MESZ  (Quelle: Eumetsat, chmi.cz)

Satellitenbild vom 08.08.2015, 14:00 UTC = 16:00 MESZ (Quelle: Eumetsat, chmi.cz)

Da gleichzeitig am Nachmittag Wettermodelle, welche weit verbreitete Wetter-Apps beliefern, die Gewittertätigkeit am Abend vom Berner Oberland bis in die Ostschweiz völlig aus dem Programm strichen, liessen sich einige Besucher des Anlasses auf der Facebook-Seite des Veranstalters zu empörten Kommentaren über die verschobene Vorstellung hinreissen. Wir befinden uns eben im Zeitalter der allumfassenden und allgegenwärtigen Information, deren Qualität der nicht geschulte Laie keineswegs zu beurteilen in der Lage ist. Da aufgrund der meist sehr billigen, wenn nicht gar kostenlosen Hilfsmittel jedermann/frau zum Wetterexperten aufgestiegen ist, kommt es nicht selten zu fatalen Fehleinschätzungen. Was bei privaten Anlässen und Unternehmungen meist glimpflich ausgeht oder nur wenige Personen betrifft, hat jedoch vor zwei Jahren an einem Grossanlass an einem anderen Schweizer See bei ähnlicher Wetterlage viele Verletzte und gar ein Todesopfer gefordert. Die Besucher der Thunerseespiele hatten Glück, dass der Veranstalter verantwortungsvoll mit der Sicherheit seiner Gäste und Mitwirkenden umgeht und sich eine professionelle Beratung leistet und sich im Zweifelsfall gegen das Risiko entscheidet.

Ein über den Savoyer Alpen entstandener Gewitterkomplex zog im Lauf des frühen Abends langsam nordostwärts über das Unterwallis und via Waadtländer Alpen ins westliche Berner Oberland. Exakt zum geplanten Spielbeginn traf das Gewitter in Thun ein. Der gewaltige Platzregen hätte jedenfalls einen Abbruch der Vorstellung bewirkt, bzw. die Gäste wären aufgrund der durch fotometeo Muriset und meteoradar überwachten Wetterlage noch vor Vorstellungsbeginn nach Hause geschickt worden. Die etwas westlich der Stadt gelegene Station von MeteoSchweiz meldete Windböen von 54 km/h, direkt am Seeufer werden in der Regel höhere Werte erreicht. Die Blitzortung ergab während der ersten Stunde der geplanten Spielzeit 11 Blitzeinschläge im Umkreis von 3 km um die Bühne, der naheste Einschlag war nur 900 m entfernt. Das Risiko eines Blitzschlages in das Festgelände kann somit auf etwa 1:50 geschätzt werden. Ein Blitzschlag in die mit annähernd 2000 Menschen voll besetzte Tribüne wäre verheerend, auch bei einer rechtzeitigen Evakuation wären immer noch viele Leute im Freien bzw. im Zelt unzureichend geschützt und die Folgen von Hektik bzw. Panikreaktionen wären nicht absehbar.

Die nachfolgende Regensummenkarte von Samstag 08:00 bis Sonntag 08:00 MESZ zeigt sehr schön die Zugbahn des Gewitters, das aus Südwesten kommend bei Thun nach Norden abbog und in der Folge über das Emmental und den Jura bis ins Baselbiet zog:

20150810-3Dem umsichtigen Handeln der Veranstalter sei Dank wurde niemand dem Risiko eines noch heftigeren Gewitters ausgesetzt, das bei dieser Wetterlage durchaus möglich gewesen wäre. Am gleichzeitig stattfindenden Stadtfest in Thun (bedauerlicherweise nicht unser Kunde) wurden die Gäste hingegen vom Gewitter überrascht, die laufenden Konzerte mussten abgebrochen werden.

Das Konzept mit der Zusammenarbeit von fotometeo Muriset und meteoradar GmbH hat sich in den letzten Jahren nicht nur bei den Thunerseespielen, sondern auch bei etlichen anderen Anlässen bewährt. Während meteoradar.ch die Niederschlags- und Blitzdaten übersichtlich aufbereitet zur Verfügung stellt und automatische kurzfristige Lokalprognosen anbietet, ergänzt fotometeo Muriset diesen Dienst durch die persönliche Beratung. Diese umfasst je nach Bedürfnis des Kunden eine mittelfristige Prognose über mehrere Tage, Beratungsgespräche über die Durchführbarkeit von Anlässen im Lauf des Tages sowie bei Bedarf die zeitnahe Überwachung und Einschätzung der Gefahrenlage mit aktiver Warnung im Akutfall, damit rechtzeitig sinnvolle Massnahmen vor Ort eingeleitet werden können. Diese Dienstleistung eignet sich besonders für kleinere bis mittelgrosse Anlässe wie Freilichttheater, Konzerte, Openair-Kinos, Sportveranstaltungen und Vereinsanlässe jeder Art, die den Risiken von Unwettern ausgesetzt sind. Egal ob nur für ein Wochenende oder für eine ganze Saison, die Betreuung erfolgt jeweils durch dieselbe Person mit langjähriger internationaler Erfahrung im Unwetterwarndienst und hervorragender Ortskenntnis. Dank der persönlichen und flexiblen Betreuung ohne Schichtwechsel und zu jeder Uhrzeit ist eine sehr hohe Konsistenz der Prognoseleistung gewährleistet, denn fixe Dienst- bzw. Bürozeiten sind bei uns ein Fremdwort. Die Leistungen (Abwägung zwischen automatischen und personalisierten Prognosen) werden individuell den Risiken der Veranstaltung, deren Grösse und der Umgebung (Rückzugsmöglichkeiten) angepasst und sind somit dank flexibler Preisgestaltung auch für kleine Anlässe mit schmalem Budget bezahlbar.

Wenn Sie also einen solchen Anlass planen oder für dessen Sicherheit verantwortlich sind, zögern Sie nicht mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir werden gemeinsam die für Sie geeignetste Variante eruieren und sichern Ihnen eine unkomplizierte und zuverlässige Betreuung zu.

Radarloop vom 08.08.2015 09:00 bis 23:55 MESZ (Archiv Donnerradar von meteoradar.ch, kostenpflichtig)

Radarloop vom 08.08.2015 09:00 bis 23:55 MESZ (Archiv Donnerradar von meteoradar.ch, kostenpflichtig)

Neue Webseite zoomradar.ch, und eine neue Benennung der Donnerradar Produkte

Radarbild auf zoomradar.ch. Das rosa Symbol zeigt die erwartete Verschiebung des im Kreis angezeigten Niederschlages zum Kreuz, welches den User-Standort in der Kartenmitte markiert. Weitere Details siehe Text.

Radarbild auf zoomradar.ch. Das rosa Symbol zeigt die erwartete Verschiebung des im Kreis angezeigten Niederschlages zum Kreuz, welches den User-Standort in der Kartenmitte markiert. Weitere Details siehe Text.

Ist in der kommenden Stunde mit Niederschlag am eigenen Standort zu rechnen? Diese Frage interessiert, sobald man sich bei zweifelhaftem Wetter im Freien aufhält. Und genau auf diese Frage gibt die neue Webseite zoomradar.ch die schnellstmögliche und bestmögliche Antwort.

Weshalb kann zoomradar.ch diesen hohen Anspruch erfüllen?

1. Die Webseite ist eine Web-App, welche für mobile Endgeräte optimiert ist. Sie kann problemlos als Symbol auf dem Home-Bildschirm abgelegt werden.
2. Die Bedienung ist einfach und beschränkt sich auf das Wesentliche.
3. Die Zoom-Darstellung der Niederschläge ist detailreich, ebenso die Hintergrundkarte.
4. Der eigene Standort wird beim Aufruf der App abgefragt, im Radarbild zentriert und mit einem rosa Kreuz markiert.
5. Für den eigenen Standort kann sehr schnell eine halbstündige Niederschlagsprognose erstellt werden. Der Radar-Niederschlag im Bereich des rosa Kreises ist nämlich 30 Minuten später an der Position des rosa Kreuzes zu erwarten.
6. Das neueste Radarbild (das letzte des halbstündigen Loops) wird in der Regel innert 2 Minuten nach Ende der letzten Radarmessung angezeigt.
7. und – last but not least – zoomradar.ch ist absolut kostenlos und frei verfügbar!

Wir haben zudem eine neue Benennung der Produkte Donnerradar vorgenommen:

Donnerradar: der bekannte Übersichtsloop auf der Homepage metradar.ch, kostenlos und frei zugänglich.
Zoomradar Light: die (abgespeckte) Gratisversion des traditionellen Donnerradar Zoom, zoomradar.ch.
Zoomradar Pro: bis anhin als „Donnerradar Zoom“ bekannt (kostenpflichtig)
3D-Radar: bis anhin als „Donnerradar 3D“ bekannt (kostenpflichtig)
Archiv Plus: keine Namensänderung

An den Leistungen, auch an den Preisen, hat sich nichts geändert. Eine Übersicht findet sich auf der überarbeiteten Produkte-Webseite des Donnerradars:
Produkteseite Donnerradar

Der neue „Zoomradar Light“ richtet sich also in erster Linie an den schnellen User, welcher einfach wissen will, ob an seinem Standort mit Regen oder Hagel oder Schneefall zu rechnen ist. Der traditionelle „Zoomradar Pro“ ist demgegenüber für jene gedacht, welche auch an Zusatzinformationen, Blitzentladungen, Bodenmessdaten, Höhenprofile Temperatur und Feuchte etc. interessiert sind. Mit der neuen Version 2015 des Donnerradars wurde kürzlich ein grosser Schritt in Richtung vereinfachte Bedienung bei verbessertem Informationsgehalt gemacht. Wir werden weiter an diesen Tools arbeiten, Verbesserungen und Erweiterungen können auch in Zukunft erwartet werden.

Ein ungelöstes Problem der neuen Tools ist zur Zeit die lokale Speicherung der Loops auf dem eigenen Gerät. Wer Loops speichern möchte, verwendet zur Zeit am besten den „alten“ Zoomradar Pro. Diese traditionelle Version bleibt vorderhand erhalten, die User können also wählen, welche Version sie verwenden möchten.

Neu bei meteoradar:
Regensummenkarten und mobile Webseiten

Regensummenkarte über 24 Stunden, Details siehe Text

Neue Regensummenkarte über 24 Stunden, Details siehe Text

Ab sofort sind zwei Neuerungen online, welche den aktuellen Webauftritt von meteoradar ergänzen:

1. Regensummenkarten
2. „Mobile“ Webseiten, optimiert für kleine Bildschirme

Regensummenkarten sind nichts Neues und werden von verschiedenen Anbietern ins Netz gestellt. Neu und einmalig ist die Aktualisierung der Regensummenkarten im 10-Minuten Takt, unmittelbar nach Empfang der neuesten Rohdaten. Wir zeigen Regensummenkarten für 9 Zeitintervalle zwischen 10 Minuten und 24 Stunden. Zur Berechnung der Karten werden Radarbilder und Regensummen des SwissMetNet der MeteoSchweiz beigezogen. Dieses Messnetz umfasst 120 Bodenstationen, welche u.a. die Regensummen in 10-minütigen Intervallen aufzeichnen. Wir erhalten die Daten mit einer zeitlichen Verzögerung von ca. 12-14 Minuten. Wenige Sekunden nach dem Datenempfang sind die aktualisierten Regensummenkarten online.

Als Beispiel wird in der beigefügten Grafik die Tagessumme des Niederschlages für eine Wetterlage angezeigt, welche mit intensiven Regenfällen auf der Alpensüdseite einherging. Die Zahlen sind die registrierten Summenwerte an den einzelnen, mit einem Kreuz markierten Stationen. Die Farbskala ist unterhalb der Karte erklärt, dort ist auch das Zeitintervall eingefügt, für welches die Karte gültig ist. Die beiden Zahlen rechts unten in der Ecke helfen bei der Beurteilung, ob die Reihe der Rohdaten vollständig ist oder nicht.

Die maximale Tagessumme in diesem Beispiel wurde in Cevio (Tessin) mit 151 mm registriert. Das Farbmuster in der Nähe dieser Station deutet darauf hin, dass im Centovalli noch weit höhere Regenmengen gefallen sind. Es ist unsicher, ob der angezeigte Maximalwert von über 250 mm/24h realistisch ist oder nicht. Dieser Maximalwert ist eindeutig den Radarbilddaten zuzuordnen. Ohne Radar würde die Interpolation der Bodenstationswerte dieses Maximum nicht anzeigen. Der Radar kann die Qualität von Regensummenkarten deutlich verbessern. Selbstverständlich ist dies auch mit einer höheren Zahl von Bodenstationen möglich. Es wären aber 40’000 Bodenstationen nötig, um für die Schweiz die Messauflösung der Radarbilder (1×1 km) zu erreichen.

Die Regensummenkarten stehen allen Interessierten in einer Standardversion (grosser Bildschirm) und in einer mobilen Version (kleiner Bildschirm) kostenfrei zur Verfügung. Wir weisen darauf hin, dass unsere kostenpflichtige Lokalprognose mit einer Anzeige der in den kommenden 6 Stunden erwarteten Niederschlagssume ergänzt worden ist. Wir werden in einem späteren Blog darauf zurückkommen.

Standardversion: http://www.meteoradar.ch/regenkarten
Mobile Version: http://www.meteoradar.ch/regenkarten/index_mobile.php
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Anzeige einer mobilen Webseite auf dem Smartphone

Anzeige einer mobilen Webseite auf dem Smartphone

Ab sofort sind die am häufigsten aufgerufenen Webseiten von meteoradar auch in einer mobilen, für kleine Bildschirme optimierten Version verfügbar. Zur Zeit sind die folgenden Webseiten in das mobile Angebot eingebunden:

– www.meteoradar.ch
– www.metradar.ch
– www.metradar.ch/de („metradar alt“)
– www.meteoradar.ch/regenkarten
– Zoom Donnerradar (als bislang einziges Bezahlprodukt)
– www.wiewirds.ch

Diese mobilen Webseiten sind 1-spaltig, an Stelle der Linkleisten auf der linken Seite kann eine optimierte Navigationsleiste per Fingertipp oder Mausklick ein- oder ausgeschaltet werden. Im übrigen werden die Inhalte der Standardseiten nach Möglichkeit auch in der mobilen Version übernommen. Die Bilder und Karten werden auf die volle Bildschirmbreite skaliert, damit sie besser lesbar werden. Bei Nutzung eines kleinen Bildschirms (Pixelzahl < 801 bei quergestelltem Bildschirm) wird teils automatisch die mobile Version angezeigt. Ansonsten kann das mobile Angebot über die folgende mobil optimierte Einstiegsseite erreicht werden:

http://www.meteoradar.ch/mobile

Die jeweilige Standardseite ist, soweit vorhanden, über den obersten Link der aktivierten Navigationsleiste wieder erreichbar.

Analyse Sturmtief „Verena“ 13.08.2014

Analysekarte der Luftmassen mit eingezeichneten Fronten (rot = Warmfront, blau = Kaltfront, violett = Okklusion)

Analysekarte der Luftmassen mit eingezeichneten Fronten (rot = Warmfront, blau = Kaltfront, violett = Okklusion). In der Bodenkarte ist das Tief nur schwach angedeutet.

Es stellte so manchen Herbst- oder Wintersturm in den Schatten: Das auf den Wetterkarten auf den ersten Blick so unscheinbare Randtief „Verena“ wirbelte am Nachmittag des 13. August 2014 auf der Alpennordseite alles durcheinander, was nicht niet- und nagelfest war. Diese Analyse soll erklären, wie es einerseits zu einem solch starken Windereignis im Sommer ohne Einwirkung von Gewittern kommen konnte, und andererseits worin die Schwierigkeiten einer genauen Prognose lagen. Und er soll auch aufzeigen, dass der Kurzwetterbericht unter dem Radarloop von metradar wichtige Zusatzinformationen liefert, die nicht aus den Radarbildern heraus interpretiert werden können.

Die Möglichkeit eines kräftigen Randtiefs über dem südlichen Mitteleuropa zeigten die Wetterkarten bereits im Lauf des Sonntags, allerdings wurde hier das Hauptaugenmerk vorerst mal auf das zu erwartende Starkregen-Ereignis gelenkt. Am Montagmorgen wurde die Diskussion um einen möglichen Sturm erstmals im Sturmforum aufgegriffen. Zu diesem Zeitpunkt zeigte das amerikanische Modell GFS das Sturmfeld in rund 1500 m mit einem maximalen Mittelwind von etwa 105 km/h (= 11 Beaufort) knapp nördlich der Schweiz:

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Im Lauf des Dienstags kam die Diskussion auf, ob der Regen die Atmosphäre nicht zu sehr stabilisieren würde und der starke Wind aus höheren Lagen nicht bis in die Niederungen durchzudringen vermag. Die Karten zeigten aber auch ein regional begrenztes labiles Feld hinter der Kaltfront knapp nördlich der Schweiz, hervorgerufen durch die Höhenkaltluft im Kern des Höhentiefs. Am späten Dienstagabend wies daher metradar im Unwetterbericht nebst der Starkregengefahr in der Südosthälfte der Schweiz auch auf mögliche Sturmböen in der Nordschweiz für Mittwochnachmittag hin.

Am Mittwochmorgen zeigte die Windkarte von GFS für das Sturmfeld in 1500 m Höhe nur noch rund 80 km/h (= 9 Beaufort an), worauf entschieden wurde, die am Vorabend getroffene Unwetterwarnung mit einem mässigen und regional begrenzten Windereignis so zu belassen:

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Aller Augen waren immer noch auf den Starkregen im Süden und Südosten der Schweiz gerichtet, der Wind wurde – wenn überhaupt – in den meisten Wetterberichten nur am Rande erwähnt. Welche Faktoren waren für die unsichere Prognose ausschlaggebend?

– Kleinräumigkeit des Randtiefs
– Unsichere Zugbahn und -geschwindigkeit des Tiefs
– saisonale Aussergewöhnlichkeit des Ereignisses, daraus folgend mangelnde Erfahrung
– zu starke Gewichtung der Stabilisierung durch den Regen

Das Tief über Frankreich zeigte im Satellitenbild bereits im Lauf des Vormittags Strukturen, die erfahrene Meteorologen wachsam werden lassen. Auf der Rückseite der Kaltfront (im folgenden Bild an der Linie über der Westschweiz erkennbar) schob sich allmählich eine trockene Zunge von Süden her ins Zentrum des Tiefs. Diese so genannte „Dry Intrusion“ wird durch Absinken der Luft hinter der Front verursacht. Damit wird sehr trockene Stratosphärenluft in tiefere Schichten heruntergmischt und löst die Wolken auf. Das Absinken dieser trockenen und kalten Luftmassen löst einen starken Druckanstieg am Boden aus – mitunter stärker, als von den Modellen berechnet.

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Mit den 06z-Karten von GFS wurde die Labilität auf der Rückseite der Kaltfront nun stärker gerechnet, was ebenfalls für eine bessere Durchmischung des Höhenwindes bis zum Boden spricht:

Der KO-Index ist ein Indikator für Labilität (blaue Felder = stabile Schichtung, grüne Felder = labile Schichtung)

Der KO-Index ist ein Indikator für Labilität (blaue Felder = stabile Schichtung, grüne Felder = labile Schichtung)

fotometeo.ch setzte daher kurz vor Mittag auf seiner Facebook-Seite eine Warnung vor schweren Sturmböen (= min. 90 km/h) in exponierten Lagen ab. Die Sturmwarnung im Unwetterbericht von metradar wurde auf die gesamte Alpennordseite ausgedehnt und das Mittelland speziell erwähnt, als sich in der Westschweiz die ersten Böen von 60 bis 75 km/h bemerkbar machten. Im Lauf des Nachmittags zog die Böenfront, eng gekoppelt an die sonnige Phase, von West nach Ost durch das gesamte Mittelland. Die stärkste Böe im Flachland wurde in Grenchen mit 96 km/h gemessen, auf den Gipfeln der Voralpen und den höheren Lagen des Mittellands lagen die Spitzenböen zwischen 100 und 121 km/h. Eine Übersichtskarte der Böenspitzen findet man hier: klickmich

Welche Faktoren waren für ein stärkeres Ereignis als vorhergesehen verantwortlich?

– leicht südlichere Zugbahn des Tiefs und somit Verlagerung des Sturmfelds ins Mittelland
– Dry Intrusion, stärkerer Druckanstieg rückseitig der Kaltfront
– jahreszeitlich bedingt starke Sonneneinstrahlung hinter der Kaltfront und somit stärkere Labilisierung der Luftschichtung, dadurch volles Heruntermischen des Höhenwindes bis zum Boden
– Kanalisierung des Südwestwinds am Jurasüdfuss

Ebenfalls stellt sich die Frage, wieso sich die Böenfront in der Ostschweiz abschwächte und Sturmböen nur noch an stark exponierten Stationen registriert wurden:

– Verlagerung des Tiefzentrums nach Nordosten und somit mehr Abstand zu den Alpen
– wegfallender Kanalisierungseffekt, das Windfeld fächert in der Bodenseeregion auf
– tageszeitlicher Faktor: keine starke Sonneneinstrahlung mehr am Abend, Stabilisierung der Luftschichtung, schlechtere Durchmischung

Zum Schluss noch zwei Analysekarten zum Zeitpunkt Mittwoch 18z zum Vergleich mit den weiter oben gezeigten Prognosekarten:

Analyse des Windfelds in rund 1500 m Höhe: Das Feld mit 10 Beaufort (um 90 km/h) ragt bis in die Nordschweiz

Analyse des Windfelds in rund 1500 m Höhe: Das Feld mit 10 Beaufort (um 90 km/h) ragt bis in die Nordschweiz

Analyse des KO-Index am frühen Nachmittag: Stärkere Labilität und grössere Ausdehnung der labilen Fläche (grün) als prognostiziert

Analyse des KO-Index am frühen Nachmittag: Stärkere Labilität und grössere Ausdehnung der labilen Fläche (grün) als prognostiziert

Jubiläumsgeschenk von meteoradar: Archiv von Wetterradarbildern

Demobild Radararchiv

Beispielbild vom 20.6.2013, 18:00 Uhr. Quelle: meteoradar und MeteoSchweiz

meteoradar wurde 1999 als ETH-Spinoff gegründet und wird dieses Jahr 15 jährig! Wir freuen uns, aus diesem Anlass allen Leserinnen und Lesern ein neues Langzeitarchiv von Wetterradarbildern öffentlich und kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das Archiv umfasst bis auf wenige Lücken alle Bilder im 5-Minuten Takt ab dem 1.7.2008. Die Daten stammen von den drei Wetterradars Albis, La Dôle und Monte Lema der MeteoSchweiz.

Die Bilddarstellung entspricht dem „Look and Feel“ des alten Bildproduktes „Today National“ der MeteoSchweiz. Diese Karte zeigt nicht nur die Niederschlagsgebiete, sondern zusätzlich zwei Seitenrisse, in welchen die horizontale Projektion der Troposphäre (0-12) km abgebildet wird. Die Farbstufen entsprechen qualitativ den Niederschlagsintensitäten 0-1, 1-3, 3-10, 10-30 und > 30 mm/h. Nebst der Datum/Zeitangabe rechts oben im Bild werden am linken Bildrand drei Buchstaben, „ADL“, eingeblendet. Diese Buchstaben bestätigen, dass alle drei Radars bei der Messung im Betrieb waren. Bei Ausfall eines Gerätes wird der entspr. Buchstabe ausgeblendet.

Zur Bedienung stehen am rechten Bildrand verschiedene Optionen zur Verfügung. Nach der Wahl eines festen Zeipunktes kann, im 5-Minuten- oder im Stundentakt, vorwärts oder rückwärts durch die Bilder geblättert werden. Zudem kann eine Standortkoordinate eingegeben werden, welche dann im Bild mit einem Kreis und einer zusätzlichen Markierung in den Seitenrissen angezeigt wird. Diese Markierung kann auch durch Mausklick im Bild selbst gesetzt werden. Zur Orientierungshilfe wird am rechten Bildrand, beim Bewegen der Maus, die jeweilige CH-Koordinate angezeigt.

Die Radarbilder können durch Klick auf die rechte Maustaste heruntergeladen und lokal gespeichert werden. Die Nutzung des Archivs und der Bilder unterliegt selbstverständlich den Nutzungsregeln für den Gebrauch der meteoradar Produkte. Wir bitten alle User, keinen Missbrauch zu betreiben. Nur so kann dieses einmalige Archiv auf die Dauer angeboten werden.

Wir sind jederzeit dankbar für Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge. Zudem weisen wir darauf hin, dass Sie uns am Samstagnachmittag, 26.4.2014 an unserem „Tag der offenen Tür“ in Aeugst am Albis persönlich zum Archiv und den anderen Produkten und Diensten von meteoradar befragen können. Besuchen Sie uns in Aeugst, unter anderem erwartet Sie eine himmlische Theater-Überraschung!

Link aufs Archiv

Neue Korrektur des Winterradars

Zoombild Donnerradar/Winterradar mit Anzeige von Nieselregen in der Ostschweiz.

Zoombild Donnerradar/Winterradar mit Anzeige von Nieselregen in der Ostschweiz.

Unser Donnerradar mutiert jeweilen in der kalten Jahreszeit zum Winterradar. Dann wird die Anzeige von Schneefall und Glatteisregen relevant. Diese Anzeige ist seit längerem fest im Produkt Donnerradar/Winterradar integriert und funktioniert in der Regel leidlich gut. Allerdings nur dann, wenn der am Boden auftreffende Niederschlag im Radarbild auch erkannt wird. Genau da hapert es im Winter immer wieder. Der Wetterradar kann den Niederschlag nicht oder ungenügend erkennen, falls dieser von schwacher Intensität ist, bei kalten Temperaturen auftritt oder sich auf niedere Wolkenschichten, knapp über Boden, beschränkt. Weitere Erklärungen dazu finden sich im Blog „Niederschlag und Wetterradar“, welcher im letzten Frühjahr publiziert wurde. In jenem Blog wurde eine neuartige Korrekturtechnik vorgestellt, welche auf das aktuelle Radarbild angewendet werden kann. Bislang war das so korrigierte Radarbild den Kunden des Donnerradar 3D vorbehalten. Ab sofort ist die Korrektur komplett in den folgenden Produkten eingebaut:

– Übersichtsbild Donnerradar/Winterradar auf der Homepage www.metradar.ch
– Zoombilder Donnerradar/Winterradar
– Radarvorhersage meteolocal Übersichtsbild und Zoombilder
– Expressbild Donnerradar 3D

Die vom Radar nicht erkannten Niederschlagsgebiete sind nicht flächendeckend, sondern in einem Raster von regelmässig angeordneten Quadraten eingefärbt, siehe Zoombild zu Beginn des Artikels und das Übersichtsbild am Artikelende. Dieses Raster erscheint nur im aktuellen Radarbild der Loops. Diese zurückhaltende Darstellung wurde gewählt, um die Bildsequenz des Radarniederschlages nicht zu stören. Die Korrektur kann keinesfalls den Anspruch erheben, die räumliche und zeitliche Auflösung der Radarbilder zu erreichen. Aus diesem Grund wurde die Zusatzkorrektur stark in Raum und Zeit geglättet.  Dementsprechend ist die Zusatzkorrektur zu interpretieren: nämlich als eine ungefähre Angabe über ein Raumfenster von ca. 20×20 km und ein Zeitfenster von ca. 30 Minuten. Zu beachten ist auch, dass die Korrektur nur innerhalb der Schweiz aktiv ist. Durch die Glättung kann die Anzeige knapp über die Landesgrenze in die benachbarten Regionen migrieren.

Die beiden Beispielbilder zeigen Nieselregen in der Ostschweiz am 6.10.2013, ca 11 Uhr. In der Stunde vor diesem Zeitpunkt wurden an zahlreichen Regenstationen in der Ostschweiz Regenmengen im Bereich von 0-1 mm registriert.

Die neue Korrektur hat sich selbstverständlich im Echtzeitbetrieb zu bewähren. Wir sind deshalb gespannt auf die ersten winterlichen Wetterlagen und freuen uns auf Kommentare.

Übersichtsbild Donnerradar/Winterradar mit Anzeige von Nieselregen in der Ostschweiz. Quelle: www.metradar.ch

Übersichtsbild Donnerradar/Winterradar mit Anzeige von Nieselregen in der Ostschweiz. Quelle: www.metradar.ch