Gewittervorschau 07.-13.06.2014

Die Lage über Pfingsten ist ideal für freie Sicht vom Mittelland auf einzelne fotogene Zellen in den Alpen.

Die Lage über Pfingsten ist ideal für freie Sicht vom Mittelland auf einzelne fotogene Zellen in den Alpen.

Nachdem der Mai verhältnismässig ruhig verlaufen ist, wird nun der Juni als Monat mit dem gefährlichsten Gewitterpotenzial wahrscheinlich seinem Namen gerecht. Erstmals in diesem Jahr gelangen in der nächsten Woche hochgradig energiereiche Luftmassen in unsere Region. Passen alle Puzzleteile zusammen, kann daraus eine unwetterträchtige Lage entstehen.

Zunächst stehen aber die Pfingstfeiertage an. Ein Hochdruckrücken meint es extrem gut mit den Schweizern und legt sich an allen drei Tagen (Samstag bis Montag) genau über uns. Aus Südwesten gelangt Saharaluft aus dem Raum Marokko mit etwas Saharastaub im Gepäck zu uns. Die Temperaturen steigen von Tag zu Tag an und erreichen je nach Höhenlage und Sonnenscheindauer bis zu maximal 35 Grad. Da die Luft aber recht trocken ist, halten sich sowohl das Hitzeempfinden wie auch die Gewitterneigung in Grenzen. Einzelne Gewitter können nur über den Bergen entstehen, wo der stabile Deckel des Hochdruckrückens durchbrochen werden kann. Am ehesten ist dies am Samstag in der Südostschweiz und auf der Alpensüdseite möglich, am Montag dann entlang des gesamten Alpenbogens sowohl im Norden wie im Süden. Am Sonntag ist die Lage am stabilsten. Ob am Montag allenfalls auch im Hochjura einzelne Zellen entstehen können, ist noch unsicher. Jedenfalls hängt die Entwicklungsmöglichkeit stark vom Feuchteangebot am Boden ab und es werden lokale Bodenwindfelder z.B. an Bergketten benötigt, wo der Talwind aus verschiedenen Richtungen zusammenfliessen kann (etwa das Gebiet Saaneland-Les Diablerets, der Klausenpass oder die Region Davos). An solchen Stellen können einzelne, womöglich aber sehr heftige Hitzegewitter entstehen. Die Verlagerung ist aufgrund fehlenden Höhenwindes gering, es muss also mit sehr lokal begrenzten hohen Niederschlagsmengen gerechnet werden.

Erst am Dienstag fliesst aber genügend feuchte Luft in unsere Gegend ein, damit Gewitter verbreitet entstehen können. Der Höhenrücken verschiebt sich langsam nach Osten, womit die leicht divergente Höhenströmung aus Süd bis Südwest am Ostrand des Troges über Frankreich über uns zu liegen kommt. Die Labilität ist mit über 30 Grad zwischen 850 und 500 hPa sehr hoch. Hinzu kommt eine ordentliche Windscherung mit zusätzlich rückdrehender Windrichtung (in der Höhe Südwestwind, bodennah auf West bis Nordwest drehend). Vorausgesetzt, die bodennahe Luft wurde zuvor von Gewittern über Frankreich nicht zu sehr ausgekühlt, wären nicht nur die Grundvoraussetzungen, sondern auch das tageszeitliche Timing für Schwergewitter mit Grosshagel und heftigen Sturmböen perfekt.

Lage am Dienstag: Energiereichste Luftmasse genau über der Schweiz, dazu eine Tiefdruckrinne von der Nordsee bis zu den Alpen

Lage am Dienstag: Energiereichste Luftmasse genau über der Schweiz, dazu eine Tiefdruckrinne von der Nordsee bis zu den Alpen

Zwar kühlt die Luft auf Mittwoch etwas ab, die eigentliche Kaltfront soll aber nach den jetzigen Unterlagen nordwestlich der Schweiz verbleiben. Damit wären am Mittwoch und womöglich auch am Donnerstag noch gute Bedingungen für verbreitete Gewitterentwicklungen gegeben, wenn auch nicht mehr in der Heftigkeit vom Dienstag. Am Donnerstag und Freitag macht sich allerdings von Westen her allmählich Hochdruckeinfluss bemerkbar, sodass sich die Lage von Tag zu Tag stabilisiert. Details sind aber eine Woche im voraus kaum zu prognostizieren.

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